Ein Whistleblower?

Whistleblower?

Ist Burkhard Tomm-Bub ein whistleblower?
Ich denke nein. Es ist mir auch nicht daran gelegen, mich hier an große Namen in dieser Hinsicht "anzuhängen".

Es läuft vieles falsch hierzulande, heutzutage. Menschen müssen unnütz leiden, obwohl ihnen eigentlich geholfen werden könnte!
Unlogik, Unvernunft und Inkonsequenz sind etwas, dass ich nur schwer betrachten und aushalten kann.
Mit welcher Gefühlskälte und mich welch`  aufwändigem Druck man mich aus dem jobcenter "entfernte", bei meinem Rückkehrversuch nach 16 Monaten Krebsbehandlung - das hat mich nicht nur erschreckt. Das hat mich auch zornig gemacht, das gebe ich ohne Weiteres zu.
Aber ich habe wirklich Angst um etliche Kolleginnen und Kollegen, die noch dort sind.
Und um die Kundinnen und Kunden.
Das ist Grund genug, so denke ich.

(( Update anhand Kritik aus einem Forum:"Und ja - es ist möglich, dass mir durch diese Erfahrungen nochmals deutlicher wurde, wie die "Kundinnen und Kunden" sich fühlen müssen, wenn sie ähnlich von Kollegen behandelt werden, dies ist mir im Nachhinein klar geworden. Es ist sicherlich nicht schön, dass die menschliche Psyche oftmals derart funktioniert - aber es ist wohl leider nicht abzustreiten, dass es häufig so ist."))

Die gesetzlichen Grundlagen der jobcenter sind eigentlich bekannt. Was sich dort vor Ort abspielt, durch zahlreiche Kund_innen - Posts im Internet eigentlich auch. Die offiziellen Beratungsleitlinien der BA sind auf dem Freien Markt zu erhalten. Ein paar Details beschreibe ich, die internen Charakter haben - doch ich nenne keine konkreten Namen dabei.
Ich berichte, bestätige, bekräftige, beurteile aus meinen theoretischen und vor allem praktischen Erfahrungen heraus.
Und ich schlage vor und fordere.
Ich sehe dies alles durch mein Recht auf freie Meinungsäußerung als absolut legitimiert an.

MfG
B. Tomm-Bub, M.A., 8/2013

Kommentare:

  1. Hallo Burkhard,

    es spielt m.E. nach keine Rolle, ob "man" Sie (oder Sie sich selbst) als whistleblower ansehen oder auch nicht.
    Wichtig ist letztlich nur, dass die Stimmen "der anderen Schreibtischseite" lauter und hörbarer werden.
    Die von Ihnen geschilderte soziale Kälte auch in den eigenen Reihen muss (!) noch viel mehr MA der Jobcenter bewegen, ihre Stimme zu heben.
    Auch wenn ich dafür verbale "Dresche" aus den Reihen (teils selbsternannter) Erwerbslosenvertreter beziehe, bleibe ich bei meiner Überzeugung:
    Die Überwindung des Unrechtssystems Hartz4 lässt sich nur im Schulterschluss mit (Noch)Nichtbetroffenen bewältigen.
    Und die Glaubwürdigkeit der Erwerbslosen selbst ist dank 10 Jahren medialer Hetze eher als gering anzusehen, leider. Daher braucht es auch zwingend (Ex)MA, die aus den "Eingeweiden der Jobcenter" berichten. Schlicht, weil Otto Normalbürger diesen mehr Glauben schenkt als einem als Schmarotzer verschrienem Betroffenen.

    Dazu kommt, dass viele Betroffene selbst (verständlich!!)kontraproduktiv handeln, indem sie, ich zitiere:"...der Fehlwahrnehmung erliegen, dass sie nur heftig genug auf das System schimpfen und überall Skandal, Menschenrechtsverletzung, Zwangsarbeit, Tod durch Hunger etc. postulieren müssen, dann würden die bisher nicht von Hartz IV Betroffenen endlich “aufwachen” und die Perversität des Systems erkennen. Dem ist aber nicht so, darauf kann man bis zum Sankt Nimmerleinstag warten..."
    http://erbendertara.wordpress.com/2013/03/12/uberlegungen-eines-ehemaligen-jobcenter-mitarbeiters-zu-solidaritat-tellerrand-und-mehr/

    Ich bedanke mich bei Ihnen herzlich, dass Sie "im Sinne der Sache" - besser, im Namen der Menschlichkeit - Ihre Stimme laut werden lassen.
    Ob Sie früher dem System "willfährig dienten" oder nicht, ob Sie aus eigener Betroffenheit jetzt erst wirklich reflektieren oder nicht, all das spielt für mich persönlich keine Rolle.
    Und es sollte für niemanden, der dieses Unrechtssystem bekämpft, eine Rolle spielen!
    Wichtig allein ist die Erkenntniss, unabhängig von der Ursache.
    Nocht wichtiger ist, dass diese Erkenntniss nicht im stillen Kämmerlein abgehandelt wird...

    Ihnen weiterhin ein starkes Rückgrat und vor allem stabile Gesundheit wünschend grüßt

    Ellen

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  2. Guten Tag Ellen,
    Dank für die freundlichen Worte!
    Ich denke was Sie da schreiben ist völlig richtig!
    Natürlich liegt der Schluß nahe, ich würde jetzt erst aus Rachegelüsten aktiv und die Empörung über die BA - Presse - Mitteilung gegen Frau Hannemann sei nur vorgeschoben.
    Wer in den vergangenen Jahren meine Posts in fb, G+ und auf anderen Plattformen verfolgt hat, wird evtl. anderer Meinung sein.
    Und: es ist zwar schon einige Jahrzehnte her - aber ich war seinerzeit Mitbegründer der "Solidaritätsgemeinschaft arbeitsloser Bürger g e.V., Marl" in NRW. Die gibt es heute noch. ...
    Ob ich "willfährig diente" ... nun ja, dazu habe ich ja schon an anderer Stelle im Blog geschrieben.
    Zum Beispiel am Anfang, auf der Startseite. Gewisse Zusammenhänge mit gewissen späteren Ereignissen habe ich selbst bislang nicht behauptet. Wenn Andere sie sehen ... - könnte ich das verstehen. Beweisen kann ich sie halt nicht.
    Nochmals besten Dank für die Ermutigung und
    mfG
    BTB

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  3. Ich hoffe, Sie haben meine Worte nicht fehlinterpretiert...

    Meinerseits gibt es keine "Unterstellung früherer Willfährigkeit" (Ihre Beiträge habe ich gründlich gelesen ;) )

    Leider existiert aber die sprichwörtliche Schere im Kopf nicht nur bei "Otto Normal", viele Erwerbslose(nverteter) haben - für mich emotional durchaus nachvollziehbar - in ihren Köpfen ein manifestiertes Feindbild:Den (Ex)pAP/SB.
    Das gipfelt in der Überzeugung, geäußert mit Sätzen wie..."kein anständiger Mensch arbeitet im JC"...
    Mit derart Gegenwind werden Sie wohl leider auch künftig leben müssen. Dieser Wind bläst im Übrigen auch mir häufig entgegen, wenn ich versuche, Kollegen aus der "Elo-Szene" davon zu überzeugen, dass Feindbilder vorzuhalten niemanden voran bringt.
    Meine "Taktik" ist, im Gespräch mit Mitarbeitern des JC einerseits sachlich zu überzeugen und andererseits das (oft verschüttete)"Gewissen" anzusprechen.
    Langfristig sehe ich das als den besseren Weg, zusätzlich zu politischen Aktivitäten. Wenn es den Erwerbslosen(vertetern) gelingt, dass ihr Gegenüber anfängt zu hinterfragen und nicht mehr unreflektiert jede DA abnickt, ist schon viel gewonnen. Wie sonst (jenseits der Reflektion)kann ein Umdenken stattfinden? Und mit dem Umdenken ist der erste Schritt getan, danach kommt fast schon zwangsläufig das Handeln.
    Sei es (zunächst) subversiv oder offen kritisch/widerständisch.
    So zumindest meine - jetzt etwas näher erläuterte - Denke.

    mfG
    Ellen

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  4. Guten Tag Ellen,
    ... nein, habe ich nicht falsch verstanden, aber Dank für die bekräftigenden Worte!
    Es war eher eine Frage, die ich mir selbst stellte.
    Aber das hatte ich nicht klar genug kenntlich gemacht.
    Ja, mit Gegenwind aus mehreren Richtungen rechne ich auf jeden Fall.
    Ansonsten stimmen wir wirklich völlig überein, so wie ich das wahrnehme!
    Ich zitiere mal aus "Hannemann Watch" auf facebook vor wenigen Stunden:

    "Burkhard, hast du nichts passenderes zu tun? Zum Bleistift dich um deine Wiedereinstellung im Jobcenter zu bemühen oder eine saftige Abfindung herauszuschlagen?
    Leute wie du und Hannemann wollen einfach nicht begreifen das Solidarität kein Trittbrett ist um enttäuschte Fallmanager wieder in ihr Unrechtssystem zu heben oder ihnen ein gut bezahltes Pöstchen in irgend einer Partei zu organisieren oder einen Buchverkauf zu fördern.
    Da seit ihr bei den Linken gänzlich falsch. Denn das gute an uns Linke ist, das es immer ein Antifagrüppchen geben wird welches sein Maul aufmacht und Leute wie euch knall hart outet!"

    So traurig das eigentlich ist - habe ich da Gestern dann doch noch mal gelacht. Und das will was heißen bei mir. :-))
    Ach, wo ich schon dabei bin - setze ich meine Antwort doch auch noch her:

    "Hahaha. Herr RXXX HXXXXXXXX HXXXXXX. Dann "outen"Sie mal schön! Ich verstehe mich als "post privacy", ich habe nix zu verbergen. Nicht mal vor Ihnen! Bin schon sehr gespannt auf Ihre"Enthüllungen" über mich.
    Aber mal der Reihe nach. Ich gehöre weder irgendeiner Kirche oder Sekte, noch irgend etwas ähnlichem an. Auch nix "entfernt ähnlichem". Genauso sieht es mit Parteien aus: ich bin in keiner. Ich würde mich auch hüten, für irgendwas zu kandidieren. Mein Krebs kann jederzeit zurück kommen. Da wäre das unfair.
    Ok. Ich gestehe: ich habe veröffentlicht! OOOOOOH! Allerdings: Lyrik. Und ein paar Glossen und Storys, usw.
    Und andere Themen habe ich auch nicht geplant. Doch: evtl. einen Historischen Roman. Über einen (verdächtig! verdächtig!) Har(t?)zbrenner aus dem Pfälzer Wald, den Andreas Bügler. Der ist aber schon ein paar hundert Jahre tot, leider ...
    Klar ums Geld wird`s gehen, logisch. Geht es doch immer ... Schließen Sie mal bitte nicht von sich auf Andere, Herr Holland.
    Ich habe mein kleines Vermögen anno 2007 de facto verschenkt. Absichtlich. Und fühle mich sehr wohl damit.
    Sie müßten dann auch noch ein paar andere Ungereimtheiten klären bei mir.
    Warum bloß haue ich monatlich so viel Geld für kulturelle und insbesondere soziale Zwecke raus??
    http://www.omniavincitamor.de/42715.html

    Und was treibe ich mich aktiv bei Anti - NPD - Demos herum und publiziere das dann auch noch mit vollem Namen?
    http://www.youtube.com/watch?v=Atw5D39M4OQ
    http://www.youtube.com/watch?v=WasLqh5cmOY

    Was treibe ich mich bei Sozialdemos herum?
    http://www.youtube.com/watch?v=YhTLlaJsmPI
    http://www.youtube.com/watch?v=sBawNbI4VRo
    = hier war ich btw. auch selbst Redner:
    http://www.omniavincitamor.de/media/55b7155ef59acb1bffff806dffffffef.pdf

    Und meine tatkräftige Unterstützung von occupy Frankfurt :
    http://www.youtube.com/watch?v=V14Gk_XSbEY
    http://www.youtube.com/watch?v=Rt3n6IS8TcQ

    Sicherlich Tarnung, alles Tarnung.

    Btw. - eine zeitweilige Wiedereinstellung würde mir nach klassischen Kriterien nix bringen. Außer Nachteilen.
    Als alter Mann, der über 15 Jahre dabei ist und als 50% Schwerbehinderter (wg. Krebs) bin ich theoretisch unkündbar. Und seit Jahren in der "Endstufe". Da tut sich finanziell in keine Richtung mehr etwas.
    Zur Zeit bin ich nun wirklich nicht überarbeitet, habe freundliche Kolleg_innen, einen klugen und freundlichen Chef.

    Anhand IHRES Weltbildes Herr Holland - alles völlig unerklärliche Sachen.
    Aber Sie werden das alles sicherlich noch irgendwie aufdecken! Ist ja so schön antifaschistisch und sinnvoll und effektiv und so.
    Bravo, bravo.

    Gruß
    Burkhard Tomm-Bub"

    MfG
    BTB

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